Katzen




Allgemeines

schwarz-weiße Hauskatze

schwarz-weißer Hauskater
© animalus

Von wem stammt eigentlich die Katze ab und wie lange ist das her? Seit wann schon lebt sie beim Menschen und wie kam es dazu? Wieso wurde die Katze bei den Ägyptern als Gottheit verehrt, im Mittelalter aber als Hexe gefoltert? Welche Katze passt zu mir und was muss ich beim Kauf einer Katze beachten?
Diese Fragen und viele mehr hat ANIMALUS im folgenden Katzenporträt genauestens beleuchtet, beantwortet und für Sie zusammengetragen. Wir laden Sie daher ein, weiter zu lesen und mit uns auf eine interessante Reise durch Raum und Zeit in eine vergangene Welt abzutauchen und so manches über Katzen zu erfahren, das Sie sicherlich bislang noch nicht wissen.

Geschichte

Erst als der Mensch sesshaft wurde, begann sich zwischen Mensch und Katze eine Beziehung aufzubauen. So lebten die ersten Katzen ca. 2000 v. Chr. nachweislich im alten Ägypten, was sich anhand von Statuen, Wandmalereien und mehreren zehntausend Mumienfunden belegen lässt. Die meisten von ihnen ähnelten der afrikanischen Wild- oder Falbkatze, die leicht getigert war und aus dem Mittelmeerraum stammte. Auch weist man die Rohr- oder Dschungelkatze (Felis chaus) nach, die mit ihrem geringelten Schwanz gleichfalls aus dem Nahen Osten kam.

Bastet

Bastet

Die Ägypter waren die ersten, die Getreide zur Vorratshaltung anbauten und damit natürlich das Problem der Mäuse Mäuse und Ratten auslösten. Die Nagetiere, die als Vorratsvernichter und Krankheitsüberträger gefürchtet waren, lockten dann die Katzen an, die schon sehr bald als unverzichtbare Nutztiere von den Bauern domestiziert und als Kornkammerhüter derart geschätzt wurden, dass man sie als Gottheit in Form der Göttin Bastet verehrte. Sie war Göttin des Feuers und des Mondes und wurde zum Sinnbild für Weiblichkeit, Anmut, Fruchtbarkeit und Liebe. Sie war zudem Schutzpatronin der Königskinder und Neugeborenen. Als wohl bekanntestes Katzendenkmal kennt man die Sphinx mit einem Frauenkopf auf einem Katzenkörper. Mit dieser Symbolik wurden dem Menschen positive Charaktereigenschaften der Tiere zugeschrieben. Man baute zu Ehren der Mäuse- und Katzenfängerin, die Ägyptens Wohlstand sicherte, sogar einen Tempel, in dessen Mitte eine 20 Meter hohe Katzenstatue in Form einer Frau mit einem Katzenkopf und einem Korb am rechten Arm stand. Als Garantie für Wohlstand hielt man Katzen zu Tausenden im Tempel und ließ sie durch Priester füttern und pflegen. Wer eine Katze tötete, war der Todsünde schuldig und wurde getötet.

Illegal, weil von den Ägyptern streng verboten, brachten die Römer und Griechen die Katze als Schmuggelware auf Handelswegen mit Schiffen nach Europa, weil auch sie längst den Wert der Katze als Schädlingsjägerin erkannt hatten; ihre weltweite Verbreitung begann. Später hielt sie Einzug in Klöster, die damals Zentrum der Landwirtschaft waren, und wurde mehr und mehr zur Gefährtin und Gesellschafterin des Menschen.

Am englischen Hof lebten Katzen als Spielgefährtinnen für die adeligen Damen und galten dort als Glücksbringer.

schwarze Katze auf Grab

schwarze Katze auf Grab

Doch ab 1400 verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Mensch und Katze drastisch. Der Aberglaube unter den Menschen war historisch auf dem Höhepunkt angekommen. Die Inquisition, die Ende des 12. Jahrhunderts ihren Anfang nahm, hatte als Behörde der katholischen Kirche den Auftrag, „Ketzer“ vor Gericht zu stellen und zu verurteilen. Der Umgang mit Tieren, besonders mit schleichenden nachtaktiven Katzen, deren Augen im Dunkeln unheimlich glühten, wurde als heidnische Verehrung betrachtet und galt als Beweis für Ketzerei. Man behauptete, dass Luzifer den Satansanbetern in Form einer schwarzen Katze erschienen sei und ließ darauf hin alle schwarzen Katzen als „Tiere des Teufels“ töten. Sobald auch nur ein einziges weißes Haar im Fell einer Katze entdeckt wurde, galt dies als Engelszeichen und das Tier bzw. der Halter wurden freigesprochen. Katzen wurden auf Stangen aufgespießt, gefoltert, gehängt und sogar vor Gericht gestellt. Man glaubte, dreifarbige Katzen könnten Brände löschen und hing sie in Beuteln über das offene Feuer; ihre Schreie galten als Stimme des Teufels. Da sie außerdem immer weiblich sind, wurden sie mit Hexen in Verbindung gebracht. Roten Katzen schrieb man Brandstiftung zu und so verursachte die barbarische, Jahrhunderte lange Jagd auf Katzen beinahe deren Ausrottung.

Da Ratten und Mäuse keine natürlichen Verfolger mehr hatten, brach im Mittelalter die Pest aus und vernichtete unzählige Städte und Menschenleben. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Aufklärung, nach insgesamt 450 Jahren bestialischer Verfolgung, wich der Aberglaube der Vernunft und die Beliebtheit der Katzen nahm in besseren, vor allen Dingen Künstlerkreisen aufgrund ihrer Schönheit und auch Sauberkeit wieder zu, nicht zuletzt weil man sie im Kampf gegen die Pest und andere Seuchen dringend benötigte. So entstanden zahlreiche Märchen wie „Der gestiefelte Kater“. Der Unterschicht war es nicht erlaubt, Haustiere zu halten, da man befürchtete, sie würden ihre anderen Pflichten vernachlässigen.

Ein weiterer möglicher Grund für die negative Einstellung gegenüber Tieren im Mittelalter könnte gewesen sein, dass Tiere lediglich dem Menschen zu dienen hatten, ihnen aber keine emotionalen Gefühle entgegengebracht werden durften, da es als unmoralisch und unnatürlich galt.
Wen verwundert es also noch, dass in Märchen stets die Verbindung zwischen Hexen und schwarzen Katzen hergestellt wird und so mancher auch heute immer noch ängstlich ist, wenn er eine schwarze Katze von links nach rechts über die Straße laufen sieht?

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verhinderten die Katzen, dass sich Seuchen ausbreiteten und wird nicht zuletzt auch wegen ihrer Reinlichkeit so sehr geschätzt.

Krallen

Die Pfoten haben je 4 empfindliche haarlose Zehenballen und Krallen, die Katzen lediglich an den Vorderpfoten willkürlich einziehen und ausfahren können. In der Mitte der Pfotenunterseite hinter den Zehenballen befindet sich ein großer Sohlenballen und dahinter, schräg außen, lediglich auf der Innenseite der Vorderpfoten ist jeweils ein sehr kleiner sog. Karpalballen mit einer fünften Kralle.
Die Fußballen sind aus festem Bindegewebe und elastischen Fasern und Sitz von Nervenenden und Schweißdrüsen, mit denen Katzen ihr Revier markieren. Sie ermöglichen es ihnen, lautlos an ihre Beute heranzuschleichen oder Sprünge abzufedern. Aber auch durch hinterlassene Kratzspuren erkennen andere Katzen, wem ein Revier gehört.

Krallenmechanismus

Katzenkralle

Katzenkralle

Zusammen mit den Fangzähnen sind die Krallen die wichtigsten Jagdinstrumente aller Kleinkatzen, da sie zum Klettern, vor allen Dingen aber zum Jagen und Festhalten von Beute dienen. Ein elastisches Band zwischen den beiden letzten Zehengliedern ist über Sehnen mit den Beinmuskeln verbunden und ermöglicht es dem Tier bei entsprechendem Reiz, die sonst in einer Hautfalte verborgenen Krallen willkürlich auszufahren (auch einzuziehen) und als Jagdwaffe einzusetzen. Dabei werden die Sehnen durch die Muskeln straff gespannt, das Zehenendglied gestreckt und die Krallen nach vorne unten gedrückt. Zeitgleich werden die beiden Zehenendglieder durch die Sehnen zusammengezogen und das Gelenk fixiert.
Beim Hinabklettern von Bäumen sind Krallen störend, da sie aufgrund ihrer Krümmung keinen ausreichenden Halt bieten und wegen des Drucks, der bei dieser Stellung auf die Pfote wirkt, auch nicht eingezogen werden können. Daher wirken Katzen auch oft so hilflos oder gar ungelenk beim Hinabklettern von Bäumen und springen eher hinunter, als zu klettern.
Nebenbei bemerkt: Der Gepard ist als schnellstes Landtier der einzige der Katzenfamilie, der seine Krallen nicht willkürlich einziehen und ausfahren kann, da er sie benötigt, um durch kraftvolles Abdrücken vom Boden auf seine enorme Jagdgeschwindigkeit zu kommen.

Krallenschärfen

Krallenschärfen

Krallenschärfen
© animalus

Die Katzenkrallen bestehen aus Krallenhorn, das nachwächst wie der menschliche Fingernagel auch. Durch instinktives Schärfen der Krallen an Bäumen und sonstigen geeigneten Gegenständen wird die äußere Hornschicht der stumpf gewordenen Krallen „abgefeilt“ und das nachwachsende Horn geschärft.
Deshalb ist es so wichtig, bei reinen Wohnungskatzen unbedingt Möglichkeiten zum Krallenschärfen zu schaffen, sei es in Form von Kratzbäumen, Katzen- oder Holzbrettern, die man an Wand oder Decke befestigen kann. Es ist daher auch völlig unsinnig, einer Katze das Kratzen an Möbelstücken zu verbieten, wenn man dem Tier keine Alternativen anbietet. Wenn die Katze sich also an den Möbeln oder anderen ungeeigneten Einrichtungsgegenständen die Krallen schärft, tragen Sie sie ruhig und ohne Hektik zu dem Platz, den Sie für das Krallenschärfen vorgesehen haben, z.B. den Kratzbaum, das Kratzbrett, etc. Nehmen Sie dann vorsichtig die Pfoten der Katze und führen Sie diese "liebevoll" über die Oberfläche, an der gekratzt werden soll, um die Katze anzuregen dies zu tun. Diese Methode klappt in den allermeisten Fällen und wenn Sie diese Erziehung konsequent durchführen, wird sich die Katze meistens an die ihr zugewiesene Stelle halten. Sollte sie den neuen Krallenschärfeplatz absolut ablehnen, so prüfen Sie, ob das Material ungeeignet ist oder weniger attraktiv als Ihre Möbel.

Der Zoofachhandel bietet die unterschiedlichsten Kratzmaterialien an, meist aus Sisal-Seil, aber auch aus Kunststoffnoppen oder manchmal aus Naturholz. Natürlich können Sie bei handwerklicher Begabung auch einen eigenen Kratzbaum entwerfen. Es kann aber auch sein, dass der Standort ungünstig gewählt ist und die Katze sich dort unwohl oder unsicher fühlt. Probieren Sie einfach aus, wo für Sie und die Katze der geeignete Ort ist. Erziehungsversuche wie Wasserspritzen, etc. sind mit Vorsicht zu genießen, um die Katze nicht scheu zu machen oder bei sensiblen Vertretern Protestaktionen auszulösen (Pinkeln, Agressivität, etc.). Evtl. kann auch das Beträufeln der Möbel mit einem für die Katze unangenehmen Geruch das Möbelkratzen verhindern, allerdings meidet die Katze diesen Platz dann generell und Protestaktionen sind auch hier nicht ausgeschlossen. Mit ein wenig Geduld und gutem Zuspruch kann jede Katze lernen das Inventar zu verschonen und ein friedlicher, nicht kratzender Hausgenosse zu sein.

Krallenamputation / Declawing

Als richtig grausam gilt die in den USA und vielen anderen europäischen Ländern erlaubte und fast schon normal gewordene operative Krallenamputation („Declawing“), bei der ganze Teile der Zehenknochen entfernt werden und der Heilungsprozess unter großen Schmerzen oft mehrere Wochen in Anspruch nimmt - von auftretenden schwerwiegenden Verhaltensstörungen ganz zu schweigen. So sollen krallenamputierte Katzen stärker als andere zum Beißen neigen, da ihnen die Möglichkeit, sich über ihre Krallen zu wehren, fehlt.

Ligamentation

Neuerdings geht man in diesen Ländern zur sog. „Ligamentation“ über, bei der der oben bereits beschriebene Bandapparat am Ansatz der Zehen durchtrennt wird. Der Heilungsprozess dieser Operation ist zwar bei weitem nicht so schmerzhaft wie beim Declawing, da nichts herausgeschnitten wird, dennoch wird die Katze dadurch ebenso zum Krüppel gemacht, da die Krallen auch hier komplett ihre Funktion verlieren. Man sollte nie vergessen, dass die Katze ein Raubtier ist und bleibt.
In der freien Natur wären diese Tiere dem sicheren Tod geweiht. Denn, was wäre zum Beispiel, wenn eine Katze durch einen Besitzerwechsel plötzlich die Möglichkeit zum Freigang bekäme?
Eine positive Tendenz gibt es aber immerhin: Einige in diesen Ländern tätige Züchter verbieten beim Verkauf ihrer Tiere das Krallenziehen per Vertrag und Tierschützer kämpfen für die Abschaffung dieses Verfahrens. In Deutschland ist es verboten und wer anders handelt wird als Züchter aus Vereinen ausgeschlossen.

Eignung

Katzen suchen neben Ruhe auch die Gesellschaft von Menschen und wünschen sich Ansprache. Sie brauchen einen liebevollen Menschen, der sie mit Futter versorgt, die Katzentoilette reinigt, mit ihnen zum Tierarzt geht, sie pflegt und mit ihnen spielt.
Neben anfallenden Kosten für jährliche Impfungen, Routineuntersuchungen beim Tierarzt und Futter muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass so ein Tier auch einmal Probleme bereiten kann, indem es unsauber ist, Tapeten oder Möbelstücke ankratzt, Vasen umwirft und mit Christbaumkugeln spielt.
Viele wichtige Fragen wie die, ob bei einem Familienmitglied eine mögliche allergische Unverträglichkeit vorliegt und wer in der Familie welche Tätigkeiten für ein neues Haustier übernimmt, bedürfen der dringenden Klärung vor der Anschaffung eines Tiers. Immerhin beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung von Katzen 12 Jahre und mehr und man sollte sich daher bewusst machen, dass man mit dem Erwerb eines Tiers eine Verantwortung übernimmt, der man auch unbedingt gerecht werden sollte. Andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit, dass Tier und Besitzer keine Freude aneinander finden, sehr hoch.

Vor der Anschaffung

Wir haben eine Reihe von unserer Meinung nach wichtigen Fragen für Sie zusammengestellt. Sollten diese allesamt positiv für das Tier beantwortet werden können, so steht für unser Dafürhalten dem Einzug eines neuen Mitbewohners nichts mehr im Weg.

Wie ist die Tierhaltung in Mietwohnungen oder -häusern gesetzlich geregelt?
Ein generelles Tierhalteverbot im Mietvertrag ist gesetzlich nicht zulässig. Laut Gesetz kann das Halten von Kleintieren nicht verboten werden, vorausgesetzt der Umfang der Tierhaltung bleibt im üblichen Rahmen. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Gerichtsurteile, die zeigen, dass es bei der Auslegung des Gesetzes große Spielräume gibt.
Sollte dagegen in einem Mietvertrag explizit stehen, dass die Haltung von Katzen verboten ist, so ist dies zwar zulässig, kann jedoch häufig nicht vor Gericht durchgesetzt werden. Wenn es darüber zum Streit zwischen Mieter und Vermieter kommen sollte, so ist es beruhigend zu wissen, dass die meisten Urteile pro Tierhalter gesprochen werden. Da sich die Gesetzeslage darüber jedoch häufig ändert, sollen Sie sich auf jeden Fall vor der Anschaffung einer Katze bei dem zuständigen Mieterbund erkundigen.

Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung eines Haustiers einverstanden?
Oft geht der Wunsch nach einem eigenen Haustier von Kindern aus. Kinder können jedoch noch nicht die volle Verantwortung für eine Katze übernehmen, so viel muss klar sein. Hier sind die Eltern gefragt, den Kindern von Anfang an den Umgang mit dem Tier beizubringen und dies auch zu kontrollieren. Katzen dürfen nicht als Spielzeug verstanden werden, sondern als eigenständiges Wesen, das im Umgang klare Regeln fordert. Es macht also unseres Erachtens nach keinen Sinn, dem Kind die Haltung eines Haustiers zu erlauben, wenn man selbst nicht voll und ganz hinter dieser Entscheidung steht. Ganz gleich von wem der Tierwunsch ausgeht, alle Familienmitglieder sollten die Anschaffung eines Tiers befürworten (s. auch 'Eignung für Kinder').

Liegt eine Katzenhaarallergie bei einem Familienmitglied vor?
Sollten Sie oder jemand aus Ihrer Familie bei oder nach der Anwesenheit von Katzen mit juckenden, geröteten Augen, Schnupfen mit Niesen, Atemnot bzw. Husten reagieren, oder einen juckenden Hautausschlag nach Kratzverletzungen bekommen, so liegt der Verdacht nahe, dass eine Katzenhaarallergie vorliegt.
Grundsätzlich wird die Allergie durch Allergene aus Tierschweiß, Hautschuppen, Talg, Speichel, Tränenflüssigkeit oder dem Kot der Tiere ausgelöst. Die meisten Katzenallergene befinden sich an Haaren und Hautschuppen der Tiere, die beim Fellputzen gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt werden. Von da aus gelangen sie praktisch in den ganzen Haushalt. Die meisten Allergene sitzen im Übrigen im Gesicht einer Katze. Wer also glaubte eine Allergie durch die Anschaffung einer Nacktkatze zu umgehen, hat sich getäuscht, da auch sie Hautschuppen produzieren - von den Bedenken bezüglich einer Qualzucht ganz zu schweigen.
Unser Rat: Schließen Sie allergische Unverträglichkeiten bereits vor der Anschaffung einer Katze aus, indem Sie mehrere Male für einige Stunden einen anderen Katzenhalter aufsuchen und sich und ihre Lieben währenddessen und danach genau beobachten. Da die meisten Allergien erst nach häufigerem Kontakt mit einem Tier auftreten, sollten die Besuche bei anderen Katzenhaltern zeitmäßig nicht zu knapp ausfallen.
Die gute Nachricht: Man hat herausgefunden, dass Katzenallergiker ganz unterschiedlich auf verschiedene Katzenrassen reagieren, da Katzen, je nach Alter, Rasse und Geschlecht unterschiedliche Mengen an Allergensubstanzen absondern. Gehen Sie bei der Abklärung der Allergiethematik sorgfältig und mit viel Ausdauer um, denn immerhin besteht die Gefahr des Erwerbs eines allergischen Asthmas, falls eine Katzenhaarallergie ignoriert wird.

Habe ich genug Zeit für eine Katze?
Fragen Sie sich, ob Sie einen geregelten Tagesablauf gewährleisten können, denn nur so können Sie dem Tier gerecht werden, da es Routine liebt. Katzen gewöhnen sich zwar schnell daran, über viele Stunden tagsüber oder auch nachts alleine zu sein, dennoch ist es ihnen andersherum viel lieber. Diesen Punkt haben wir sehr ausführlich unter 'Eignung für Berufstätige' behandelt.

Welche Haltungsbedingungen kann ich einer Katze bieten?
Wird die Katze die Möglichkeit zum Freigang haben, oder wird sie eine Wohnungskatze bleiben? Die Freigängerkatze hat natürlich wesentlich mehr Ablenkungsmöglichkeiten als eine Wohnungskatze. Lesen Sie ausführlich unsere Informationen dazu nach (unter'Freigang oder Wohnungshaltung'). Bei reinen Wohnungskatzen ist es daher umso wichtiger, dass Sie das Tier mit abwechslungsreichen Spielsachen permanent beschäftigen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen (s. auch 'Zubehör einer Katze').
Sollten Sie vorhersehen können, dass Sie beruflich viel unterwegs sein müssen und das über einen voraussichtlich sehr langen Zeitraum, raten wir Ihnen von der Anschaffung einer Katze dringend ab.

Welche Kosten müssen für eine Katze aufgebracht werden?
Je nach Herkunft und Rasse muss mit Anschaffungskosten bis zu 1.500 Euro pro Tier gerechnet werden. Die Erstausstattung für Transportkorb, Kratzbaum, Klo, Futterschälchen, Spielsachen liegt bei weiteren 150 bis 300 Euro.
Für den monatlichen Unterhalt sollte man um die 50 Euro veranschlagen und für tierärztliche Untersuchungen und Impfungen noch einmal ca. 100 Euro im Jahr.
Lassen Sie sich nicht von den hohen Anschaffungskosten abschrecken - ein Tier aus einer guten Zucht hat seinen Preis. Im Vordergrund sollten die lebenslangen Kosten für Tierarzt, Futter, Einstreu, etc. stehen. Vor allen Dingen im Alter können Tiere chronische Erkrankungen aufweisen, die häufige Tierarztbesuche mit sich bringen.

Bin ich bereit über viele Jahre für eine Katze zu sorgen?
Katzen werden im Durchschnitt zwischen 12 und 15 Jahre alt, manche sogar noch deutlich älter. So gesehen dauert ein Katzenleben länger als so manche Ehe heutzutage. Bin ich wirklich bereit mich für eine so lange Zeit an ein Tier zu binden und ihm auch einen schönen Lebensabend zu gewähren? Sollten Sie beruflich mittelfristig planen ins Ausland zu gehen, so sind in manchen Ländern Quarantänevorschriften zu beachten, über die es sich vorher zu informieren gilt.

Bin ich bereit für den erforderlichen (Pflege-)aufwand?
Katzen lieben Ordnung und Sauberkeit geradezu und gelten als außegewöhnlich reinliche Tiere. Niemals sind Katzen schmutzig oder riechen unangenehm. Ausdauernd und höchst effektiv putzen sie ihr Fellkleid mit ihrer rauen Zunge, auch wenn es bei Langhaarkatzen der zusätzlichen, täglichen Fellpflege durch den Menschen bedarf (s. auch 8.2.1, Fellpflege). Doch allen Sauberkeitsbemühungen zum Trotz, kann es die Katze nicht verhindern, dass sie beim Fellwechsel Haare verliert, die vielleicht den ein oder anderen Halter stören. Katzenhaare im Gesicht, auf dem Sofa und der Kleidung sind nicht Jedermanns Sache. Bedenken Sie dies, denn es wäre schade, wenn Sie sich deshalb von Ihrer Katze trennen würden.
Sauberkeit erwartet die Katze auch von ihrem Halter, der schon im eigenen Interesse (Geruch!) auf ein peinlich sauberes Katzenklo achten sollte, da sie sich sonst ein anderes „Örtchen“ sucht und unter Umständen ein Negativkreislauf der Unsauberkeit beginnt. Gerade bei reinen Wohnungskatzen darf der Halter weder mit dem Platz, den ein Katzenklo einnimmt, noch mit den entstehenden Gerüchen ein Problem haben (s. auch 'Rund um die Katzentoilette').
Sicherlich erfordert das Aufstellen eines Kratzbaums ebenfalls Aufwand, aber immerhin ist er nur einmalig - und die Freude des Tiers darüber wiegt dies allemal auf.

Bin ich ein Katzenmensch?
Um diese Frage für sich zu beantworten, sollte man sich die grundsätzlichen Charaktereigenschaften von Katzen vor Augen führen.
Katzen sind Individualisten. Sie machen was sie wollen, gehorchen nicht und ordnen sich auch nicht unter wie das etwa Hunde tun. Nicht der Mensch sondern die Katze bestimmt den Kontakt. Katzen gelten daher als stolz und unabhängig und passen vielleicht auch eher zu Menschen, die diese Eigenschaften schätzen. Der Formbarkeit und Vielseitigkeit eines Hundes stehen Eigenwilligkeit und Selbstständigkeit einer Katze gegenüber. Katzen nehmen die ganze Wohnung in Beschlag und lassen sich oft nur unter Protest aus einem Zimmer aussperren.
Katzen sind in der Regel Gewohnheitstiere und reagieren auf Veränderungen nicht selten mit Verhaltensauffälligkeiten. Wer sehr viel Veränderung und Unruhe in seinem Alltag hat, sollte auf die Anschaffung einer Katze daher eher verzichten.

Fazit
Sollten Sie alle Fragen für sich so beantwortet haben, dass die Frage nach der Anschaffung einer Katze mit einem klaren „Ja“ entschieden wird, so freuen wir uns sehr für Sie. Katzen beruhigen die Seele und das Schnurren einer Katze lässt so manchen Kummer vergessen. Es ist längst medizinisch erwiesen, dass Katzen aufgrund ihrer ruhigen Ausstrahlung vorbeugend gegen Herz- und Kreislauferkrankungen wirken.

Eignung der Katze

Im Folgenden soll ganz allgemein geklärt werden, für wen Katzen als Haustiere geeignet sind und für wen nicht. Im den sich anschließenden Punkten ‚Haltung’ und später ‚Anschaffung / Kauf’ wird sehr konkret auf die vielfältigsten Fragestellungen zu diesem Thema eingegangen werden.

Eignung für Kinder

Kind_mit_Katze.jpg

Kind mit Katze

Oft ist es der jahrelange Wunsch eines Kindes nach einem Haustier, welcher viele Eltern letztendlich zum Kauf einer Katze bewegt. Aber sind Katzen grundsätzlich geeignete Haustiere für Kinder? Wie alt sollte ein Kind mindestens sein beim Erwerb einer Katze und was gilt es zu beachten?

Generell kann man sagen, dass je nach Alter und Verantwortungsgefühl sowie Temperament der einzelnen Kinder unterschieden werden muss und dabei gilt grundsätzlich: Je älter die Kinder, desto besser für die Katze, da sie als Individualist auf tobende und lärmende Kinder eher mit Rückzug reagiert, es sei denn, sie hat gerade Lust auf Spiel. Aber auch da übertreiben es jüngere Kinder oftmals und kennen nicht die Grenze zwischen spielen und ärgern. Nicht selten resultieren mittel- bis langfristig teilweise schwere Verhaltensstörungen bei Katzen, die irgendwann immer das Gefühl haben, sich verteidigen zu müssen, selbst wenn ein Streicheln lieb gemeint ist.

Auch die Wahl der richtigen Rasse kann wichtig sein. So gibt es Rassen, wie die Maine Coon, die Türkisch Angora, die Birma, die Siamesin, um nur einige zu nennen, die als besonders kinderlieb gelten und es lieben, permanent durch die Wohnung getragen zu werden.
Bei sehr kleinen Kindern sollte der Umgang mit dem Tier daher auf jeden Fall durch die Eltern angeleitet, kontrolliert und über feste Regeln definiert werden. So sollte man tägliche Ruhezeiten vereinbaren, in denen das Tier, das tagsüber teils sehr viel schläft, nicht gestört werden darf. Da darf es dann auch keine Ausnahme geben!
Ebenso wichtig ist ein Rückzugsort für die Katze, der für die Kinder zu jeder Zeit tabu ist, damit die Katze entscheiden kann, wann sie sich „in Sicherheit bringen“ will.

Junge füttert Katze

Junge füttert Katze

Wichtig ist vor allem, dass die Verantwortung für das Tierchen bei den Eltern liegt und diese dafür Sorge tragen, dass es ihm an nichts fehlt und es gesund ist. Auch ist es Aufgabe der Eltern sich über die Ernährungsgewohnheiten, Krankheiten und Bedürfnisse eines neuen Kätzchens zu informieren und die Kinder diesbezüglich anzuleiten, denn auch Tierliebe will gelernt sein und ist Teil der Erziehung. Wenn ein Kind beigebracht bekommt, wie man eine Katze aufgreift und trägt, dass man sie weder am Schwanz ziehen, geschweige denn schlagen darf, lernt es schon sehr früh, dass der Umgang mit einem Tier eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe ist.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Katzen besonders geeignete Tiere für Kinder sind, da sie nicht so zerbrechlich wie Kleintiere sind und durch den intensiven Körperkontakt und ihr aktives Geben und Nehmen dem Kind ein echter Freund sind. Besonders die sehr feinfühligen Katzenrassen können dem Kind Trost bei Traurigkeit spenden oder auch lustiger Spielpartner sein, mit dem man wilde, aber liebevolle Verfolgungsjagden durch den Garten veranstalten kann.

Da sich Katzen nicht so leicht „abrichten“ lassen wie z.B. ein Hund, lernen Kinder auch mit Grenzen umzugehen, also einem Tier nicht ihren Willen aufzuzwingen, sondern es vielmehr in seinen Eigenheiten anzunehmen und für seine Individualität zu schätzen. Denn: Die Katze sucht sich den Menschen aus, der gut mit ihr umgeht und lernt, auf sie einzugehen!

Eine Ausnahme jedoch gilt: Achten Sie darauf, dass Katzenbabies, so süß sie auch sein mögen, in den ersten Monaten unter gar keinen Umständen im Kinderbett schlafen. Die Gefahr, dass sie vom Kind im Schlaf erdrückt werden, ist einfach zu groß.

Eignung für Familien

Familie mit Katze

Familie mit Katze

Katzen sind für Familien bedenkenlos geeignet, da sie trotz ihres Rufes Einzelgänger zu sein, die Gesellschaft von Menschen suchen. Doch auch hier sind wichtige Faktoren, ob beide Elternteile berufstätig sind oder nur einer und wenn ja, ob ganztags oder halbtags; ob die Katze Freigang hat oder nicht und wie alt die Kinder sind (siehe Eignung für Kinder). Diese Fragen gilt es abzuklären und eingehend zu beleuchten, bevor man sich ein Tier anschafft.
Da eine Katze tagsüber sehr viel schläft, stellt eine halbtägige Berufstätigkeit kein Problem dar, da sie sich, wenn Mutter und Kinder in der Mittagszeit nach Hause kommen, schon von ihrem nächtlichen Freigang ausruhen konnte und dies sicherlich genossen hat. Sie muss dann gefüttert werden und sollte - ihren Bedürfnissen entsprechend – ausreichend Zuwendung erhalten in Form von festen Streichel- oder Spieleinheiten.
Sollte sie nicht die Möglichkeit zum Freigang haben (s. auch 6.2 Freigang oder Wohnungshaltung), ist die regelmäßige und verlässliche Beschäftigung mit ihr von oberster Dringlichkeit, da sie deutlich reizärmer lebt als eine Freigängerkatze und mehr Ablenkung braucht; aber auch hier können sie durch die entsprechende Ausstattung ihrer Wohnung Abhilfe schaffen (s. auch 6.6, Zubehör einer Wohnungskatze) und dem Tier ein erlebnisreiches Ambiente verschaffen. Bei reiner Wohnungshaltung sollten idealerweise zwei Katzen angeschafft werden, da diese sich auch miteinander beschäftigen und eine Einzelkatze nicht den ganzen Tag allein bleiben sollte. (siehe Einzelhaltung Katze – Punkt folgt in Kürze)

Wenn beide Elternteile in Vollzeit berufstätig sind und nur die Kinder mittags nach Hause kommen, haben diese in der Regel schon ein Alter, in dem man ihnen durchaus die Verantwortung für ein Haustier übertragen kann. Dies zeigen viele positive Erfahrungen, die belegen, dass Kinder sehr wohl in der Lage sind, sich ausreichend verantwortungs- und liebevoll um Tiere kümmern zu können, wenn sie die Wertschätzung von den Eltern gelernt bekommen haben.

Eignung für Berufstätige

Berufstätige_mit_Katze.jpg

Berufstätige mit Katze

Auch wenn Katzen bei Berufstätigen oft das Wahlhaustier Nummer eins sind, weil man ihnen nachsagt, gut alleine sein zu können und unabhängig zu sein, so wird man ihnen nicht gerecht, wenn man sie den ganzen Tag sich selbst überlässt. Auch wenn Freigänger Wohnungskatzen gegenüber den Vorteil haben, durch eine Katzenklappe in den Garten gehen zu können, ist diese Art der Haltung nicht tiergerecht und es wird früher oder später zu Verhaltensauffälligkeiten wie Unsauberkeit oder Aggression führen.
Deshalb sollte man sich in diesem Fall unbedingt zwei Katzen anschaffen, da nur dann für ausreichend Gesellschaft und Abwechslung gesorgt ist, was nicht die tägliche Zuwendung durch Sie ersetzen darf. Die Tiere werden es Ihnen danken! (s. auch 6.2, Freigang oder Wohnungshaltung; 6.6, Zubehör einer Wohnungskatze).

Eignung für Senioren

Für Senioren und vor allen Dingen gehbehinderte ältere Menschen eignet sich eine Katze als Haustier ganz hervorragend, da man mit ihr nicht Gassi gehen muss wie es beim Hund unabdinglich ist, damit er gesund und ausgeglichen bleibt.
Als äußerst reinliches Tier überfordert die Katze ältere Menschen nicht hinsichtlich des Pflegeaufwandes und das Reinigen der Katzentoilette sowie das regelmäßige Füttern sind auch im Nu passiert und geben Struktur. Pensionierte Senioren haben ausreichend Zeit sich dem Tier zu widmen und nicht zuletzt profitieren sie auch von der verschmusten und liebevollen Art dieser Vierbeiner. Oftmals bringen sie ein Stück verlorengegangene Lebensfreude zurück und trösten über einsame Momente hinweg. Denn, was gibt es Schöneres als eine schnurrende Katze? Neuere Untersuchungen zeigen, dass der therapeutische Aspekt von Haustieren einen weitaus größeren, positiven Beitrag zur Gesundheit von Menschen respektive alten Menschen darstellt als bislang angenommen. Der Umgang mit Tieren steigert nicht nur die Lebensfreude, er stabilisiert auch das Immunsystem und bewirkt wahre Wunder bei psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen. Herzfrequenz und Blutdruck werden gesenkt, was wiederum vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt.

Seniorin mit Katze

Senorin mit Katze

Einen weiteren Aspekt stellt der Tierarztbesuch dar: Ein älterer, wenn gehbehinderter Mensch, wird sicherlich die Unterstützung durch ein Familienmitglied oder einen Freund benötigen. Kann dies sichergestellt werden, so spricht letztendlich nichts für die Anschaffung einer Katze.

Natürlich stellt sich bei älteren Menschen auch die Frage nach dem Alter eines Tieres, das man gerne zu sich nehmen möchte. Ab einem bestimmten Lebensalter muss sich jeder von uns mit dem eigenen Tod auseinandersetzen und überlegt dann zwangsläufig, ob es sich überhaupt noch ‚lohnt’, ein Tier zu sich zu nehmen. Diese Frage muss natürlich jeder – abhängig vom eigenen Alter, der Wohnsituation und davon, ob man alleine lebt oder nicht - für sich selbst beantworten, sollte dabei aber immer zu Gunsten des Tieres handeln.

Wir von ANIMALUS meinen, dass es sich immer ‚lohnt’, eine Katze zu sich zu nehmen, wenn man vorher einige Aspekte berücksichtigt und klärt. Die Verspieltheit und Drolligkeit einer Babykatze sind wirklich einmalig und unübertrefflich. Sie hellt die Tage für jeden von uns auf und wenn geklärt ist, ob Familienangehörige, bei denen man ohnehin wohnt oder Zimmernachbarn im Seniorenheim, das Kätzchen im schlimmsten Fall übernehmen, dann sollte man sich auch trauen, ein ‚Baby’ zu sich zu nehmen.
Schließen sich aber all diese Möglichkeiten aus, so kann auch ein älteres Tier viel Freude spenden (dazu mehr unter 12.2, Anschaffung / Kauf). Leider wird häufig davon ausgegangen, dass es sich hierbei um schwierige Katzen handelt, was jedoch in den seltensten Fällen stimmt. Manchmal sind lediglich die Vorbesitzer verstorben oder in eine Wohnung gezogen, in der keine Tiere erwünscht sind. Nicht selten wird heutzutage beruflich ins Ausland umgezogen oder in der Familie sind Allergien aufgetreten, die es erforderlich machen, das geliebte Haustier abgeben zu müssen. Bedenkt man aber, dass ältere Tiere hinsichtlich ihres Temperamentes schon ebenso ruhig sind wie ein älterer Mensch, so könnte dies eine ideale Paarung sein. Wir möchten auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass man vor Tieren aus dem Tierheim keine Angst zu haben braucht. Freilich haben sie in der Regel oft Schlimmes erlebt, aber eben auch nicht immer, wie wir soeben beschrieben haben. Erfahrungsgemäß sind Tierheimkatzen oftmals die, die durch ihre dankbare Liebe besonders treue Gefährten sind.

Anschaffung/Kauf

Krallenpflege / Krallenschnitt

Wenn bei reinen Wohnungskatzen das Schärfen an Kratzbäumen nicht ausreicht, sie vermehrt hängen bleiben und beim Laufen über einen glatten Boden kratzende Geräusche machen, kann ein Krallenschnitt notwendig werden. Wir raten Ihnen unbedingt, den ersten Krallenschnitt beim Tierarzt durchführen zu lassen, um die richtige Vorgehensweise einmal vom Fachmann vorgeführt zu bekommen.
Sollten Sie mit Ihrer Katze auf Ausstellungen gehen wollen, so gilt es zu bedenken, dass beispielsweise Ausstellungsrichtlinien einiger Katzenvereine einen Krallenschnitt vorschreiben, um die zu urteilenden Preisrichter vor Verletzungen durch etwa aufgeregte Tiere zu schützen. Viele Züchter schneiden ihren Zuchttieren auch speziell vor dem Deckakt die Krallen.

Genauso gibt es aber auch Meinungen, die den Krallenschnitt als unnatürlich empfinden und daher ablehnen. Gegner des Krallenschnitts geben zu bedenken, dass die Krallen aufgrund des Schneidens schneller wachsen und dicker werden und damit ein völlig unnötiger Schneidekreislauf beginnt. Eine Ausnahme dazu stellt natürlich eine Verletzung an der Kralle dar. Hängt sie ab, besteht zusätzliche Verletzungsgefahr, da das Tier leicht hängen bleiben könnte.

Anleitung zum Krallenschnitt

  • Besorgen Sie im Katzenbedarf einen speziellen Nagelknipser, eine Feile, ein antiseptisches Puder und vorbeugend ein Mittel, um entstandene Blutungen zum Stillstand zu bringen.
  • Durch Druck auf den vorderen Teil der Pfote kommen die Krallen heraus. Man erkennt einen rosafarbenen, durchbluteten Bereich (= Krallenmark).
  • Da die hintere, oben an der Pfote sitzende Daumenkralle die schwierigste ist, empfehlen wir, sie als erste zu schneiden.
  • Schneiden Sie ungefähr ein Drittel dieses nicht durchbluteten Bereichs mit sicherem Abstand zum Mark ab und fahren so mit den übrigen Krallen fort.
  • Das Mark darf auf keinen Fall beschädigt werden, da es evtl. zu schmerzhaften Blutungen käme. Tragen Sie bei Verletzungen des Marks das blutstillende Mittel auf.
  • Sollte eine Kralle trotz aller Vorsicht zersplittern, müssen Sie zusätzlich feilen und zwar nach vorne in Richtung Krallenspitze.

(Autor: Marion Hauser)



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